Eintracht Frankfurt plant Statue zu Ehren von Christoph Daum: Eine Hommage an einen außergewöhnlichen Trainer
Eintracht Frankfurt plant eine besondere Geste, um einen ihrer bedeutendsten Trainer der letzten Jahrzehnte zu ehren: Eine Statue zu Ehren von Christoph Daum soll in der Nähe des Deutsche Bank Parks errichtet werden. Diese Entscheidung hat bei vielen Fans und Fußballinteressierten für Aufsehen gesorgt, da Daum zwar nur eine kurze Zeit als Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt tätig war, aber dennoch nachhaltige Spuren hinterlassen hat.
Eine kontroverse, aber respektierte Trainerlegende
Christoph Daum ist zweifellos eine der schillerndsten Figuren in der Geschichte des deutschen Fußballs. Mit seiner charismatischen Art, seinem taktischen Geschick und seiner Leidenschaft für das Spiel hat er viele Vereine geprägt – sowohl national als auch international. Von seinen Erfolgen mit dem VfB Stuttgart, wo er 1992 Deutscher Meister wurde, über Stationen in Leverkusen, Köln, Wien, Istanbul und Bukarest bis hin zu seiner kurzen, aber intensiven Zeit bei Eintracht Frankfurt – Daum war nie ein gewöhnlicher Trainer.
Sein Engagement bei Eintracht Frankfurt begann im Frühjahr 2011, als der Traditionsverein sich in einer schwierigen Phase befand. Zwar konnte er den Abstieg aus der Bundesliga in dieser Saison nicht verhindern, doch Daum wurde für seinen unermüdlichen Einsatz, seine klare Kommunikation und seinen Kampfgeist geschätzt. Trotz sportlich begrenzter Erfolge bewahrte er das Vertrauen vieler Fans – vor allem wegen seiner Authentizität.
Eine Statue für den Geist des Wiederaufbaus
Die geplante Statue soll nicht nur an Christoph Daum als Trainer erinnern, sondern vielmehr an den Geist des Wiederaufbaus, den er verkörperte. „Christoph Daum hat uns in einer Zeit betreut, in der der Verein am Boden lag. Er hat nie aufgegeben, hat den Spielern Mut gemacht und den Fans gezeigt, dass wir immer wieder aufstehen können“, erklärte Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG, bei der Vorstellung der Pläne.
Die Statue soll auf dem Gelände des Vereins errichtet werden, unweit des Stadions, in dem Daum damals mit der Mannschaft kämpfte. Geplant ist eine lebensgroße Bronzefigur, die ihn in einer seiner bekannten, gestenreichen Ansprachen zeigt – als Motiv der Inspiration und des unerschütterlichen Willens. Finanziert werden soll das Denkmal durch eine Kombination aus Vereinsmitteln, Spendenaktionen und Beiträgen von Fanclubs.
Zustimmung und Kritik aus der Fanbasis
Die Ankündigung hat innerhalb der Fanbasis für gemischte Reaktionen gesorgt. Während viele Anhänger die Ehrung als verdienten Ausdruck von Respekt empfinden, gibt es auch kritische Stimmen, die die sportlichen Erfolge Daums bei Eintracht Frankfurt hinterfragen. Immerhin war seine Amtszeit von nur wenigen Monaten geprägt – mit dem bitteren Ende des Abstiegs in die 2. Bundesliga.
Doch für viele geht es bei der Statue weniger um sportliche Bilanz als um Symbolik. „Es gibt Trainer, die Titel holen, und es gibt Trainer, die Charakter zeigen, wenn es darauf ankommt. Daum gehört zur zweiten Sorte – und genau das brauchen wir heute mehr denn je“, sagt ein langjähriger Fan der Eintracht.
Besonders beeindruckt zeigten sich auch ehemalige Spieler, die unter Daum trainierten. In Interviews lobten sie seine unorthodoxen Methoden, seine emotionale Ansprache und die Fähigkeit, auch aus schwierigen Persönlichkeiten ein Team zu formen. „Er hatte das Herz am rechten Fleck – und das spürt man als Spieler“, so ein ehemaliger Verteidiger der Mannschaft von 2011.
Christoph Daum: Dankbar und bewegt

Christoph Daum selbst zeigte sich in einer ersten Stellungnahme sichtlich gerührt über die geplante Ehrung. In einem offenen Brief an die Vereinsführung und die Fans bedankte er sich für die Anerkennung: „Eintracht Frankfurt war für mich mehr als nur eine Trainerstation. Es war ein Ort der Herausforderung, der Leidenschaft und der Hoffnung. Dass der Verein mir auf diese Weise gedenken will, ehrt mich zutiefst.“
Er fügte hinzu, dass er plane, zur Enthüllung der Statue persönlich nach Frankfurt zu kommen. Dabei wolle er nicht nur am Festakt teilnehmen, sondern auch mit Fans und Weggefährten in den Dialog treten. „Ich freue mich sehr darauf, alte Gesichter zu sehen und neue Geschichten zu hören“, so Daum.
Symbol für Werte im Fußball
Die geplante Statue ist nicht nur eine persönliche Ehrung, sondern auch ein Statement des Vereins. In einer Zeit, in der der Fußball zunehmend von Kommerz, schnellen Erfolgen und kurzfristigem Denken geprägt ist, setzt Eintracht Frankfurt ein Zeichen für Beständigkeit, Charakter und menschliche Größe.
Mit der Würdigung von Christoph Daum wird verdeutlicht, dass es im Fußball nicht nur um Tabellenplätze und Pokale geht, sondern auch um Haltung, Werte und die Kraft, in schwierigen Zeiten Mut zu machen. Der Verein zeigt damit, dass Identität und Geschichte nicht vergessen werden – und dass selbst kurze Episoden in der Vereinsgeschichte eine tiefgreifende Bedeutung haben können.
Die Enthüllung der Statue ist für Herbst 2025 geplant – genau 15 Jahre nach dem Beginn von Daums kurzer, aber eindrucksvoller Amtszeit. Ein würdiger Moment, um innezuhalten, zurückzublicken – und mit Stolz nach vorn zu schauen.
